Es gibt eine Methode, mit der du dein Immunsystem aktiv trainieren kannst — untersucht von der Radboud Universität Nijmegen. Keine Pillen, keine teuren Supplements, keine Diäten. Nur dein Atem und Kälte.
Das ist keine Utopie. Das ist das Ergebnis einer Studie der Radboud Universität Nijmegen, die die Wissenschaftswelt 2014 erschüttert hat — und seitdem immer wieder bestätigt wurde.
Dein Immunsystem ist nicht starr. Es ist nicht festgelegt. Es reagiert auf Training. Und wenn du weißt, wie du es trainierst, veränderst du damit deinen gesamten Gesundheitszustand.
← Teil 1 dieser Serie: Warum Burnout ein Nervensystem-Problem istDer Teufelskreis: Warum immer mehr Menschen unter einem schwachen Immunsystem leiden
Zwei bis drei Erkältungen pro Jahr. Immer wieder kleine Infekte. Nach jeder größeren Stressphase eine Woche flach. Das Immunsystem, das einfach nicht mehr so funktioniert wie früher.
Das ist kein Zufall. Das ist Biologie unter modernen Bedingungen.
Chronischer Stress — und wie wir im ersten Artikel dieser Serie gesehen haben, ist der meisten von uns dauerhaft präsent — unterdrückt das Immunsystem direkt. Cortisol, das Stresshormon, wirkt immunsuppressiv. Es dämpft die Aktivität von T-Zellen, senkt die Produktion von Antikörpern und erhöht Entzündungsmarker im Körper.
Das Ergebnis ist ein paradoxer Zustand: Du bist chronisch gestresst und chronisch entzündet. Dein Immunsystem ist gleichzeitig überlastet und unteraktiv. Es reagiert auf die falschen Dinge — und auf die richtigen nicht mehr richtig.
- Mehr Infekte — Erkältungen, Grippe, kleine Infekte, die früher einfach nicht kamen
- Längere Regeneration — was früher zwei Tage dauerte, zieht sich jetzt zwei Wochen
- Chronische Entzündungen — Gelenke, Haut, Verdauung: Dinge, die einfach nicht ganz heilen
- Energiemangel — weil dein Körper ständig mit sich selbst kämpft
Die gute Nachricht: Das ist nicht dein Schicksal. Das ist ein trainierbarer Zustand.
Der entscheidende Irrtum: Die meisten Menschen denken, Immunsystem stärken bedeutet: mehr Vitamin C, mehr Schlaf, weniger Stress. Das stimmt — aber es greift zu kurz. Dein Immunsystem hat eine aktive Trainingskomponente, die fast niemand nutzt.
Die Radboud-Studie: Wie Wim Hof die Wissenschaft verblüffte
2014 veröffentlichten Forscher der Radboud Universität Nijmegen eine Studie, die das bis dahin gültige wissenschaftliche Dogma durchbrach. Das Dogma lautete: Das autonome Nervensystem ist nicht willentlich steuerbar. Es läuft automatisch — und damit auch die Immunantwort.
Wim Hof hatte das schon Jahre behauptet. Niemand glaubte ihm.
Die Studie testete zwei Gruppen: Eine Kontrollgruppe ohne Training, und eine Gruppe, die von Wim Hof in seiner Atemtechnik, Kälteexposition und Meditation ausgebildet worden war.
Dann injizierten die Forscher beiden Gruppen ein Bakterienendotoxin — ein Zellwandbestandteil (Lipopolysaccharid, LPS) von E. coli, der normalerweise eine starke Immunreaktion (Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit) auslöst.
Das Ergebnis war eindeutig:
Die WHM-Gruppe blieb bei der gleichen Injektion fast symptomfrei. Ihr Körper hatte die Entzündungsreaktion aktiv gedämpft — durch willentliche Steuerung des autonomen Nervensystems.
Das war kein Placebo. Das war messbare Physiologie.
„Wir haben mit dieser Studie gezeigt, dass es möglich ist, das autonome Nervensystem willentlich zu beeinflussen und damit Entzündungsreaktionen zu modulieren."
— Prof. Peter Pickkers, Radboud Universität Nijmegen
Wie WHM-Atemtechnik und Kälte dein Immunsystem konkret trainieren
Es sind zwei Mechanismen, die zusammenspielen:
Mechanismus 1: Atemtechnik und Adrenalin
Die WHM-Atemübungen lösen eine kontrollierte Adrenalinausschüttung aus — das zeigt die Radboud-Studie klar. Adrenalin (Epinephrin) ist in kurzen, kontrollierten Dosen stark anti-entzündlich: Es hemmt die Produktion von Zytokinen (Entzündungsbotenstoffen) und reguliert die Immunantwort nach unten. Die Atemtechnik ist dabei laut Folgestudie (Zwaag et al., 2018) der entscheidende Wirkfaktor — wichtiger noch als die Kälteexposition allein.
Das Paradoxe: Du trainierst deinen Körper durch eine kontrollierte "Stress-Reaktion", um im Alltag weniger entzündlich zu reagieren. Wie ein Muskel, der durch Belastung stärker wird.
Mechanismus 2: Kälteexposition und Immunaktivierung
Kälte — ob kalte Dusche oder Eisbad — löst eine weitere biochemische Kaskade aus:
- Aktivierung von braunem Fettgewebe (thermogenetische Reaktion)
- Steigerung der Durchblutung und des Kreislauftrainings
- Ein kräftiger Reiz, der Körper und Geist an kontrollierten Stress gewöhnt
Regelmäßige Kälteexposition ist ein wertvoller Teil der Methode und unterstützt den Organismus auf mehreren Ebenen — auch wenn die Hauptwirkung auf die Entzündungsregulation klar bei der Atemtechnik liegt.
Was Kursteilnehmer nach 4 Wochen berichten
Die Wissenschaft ist überzeugend. Aber wie fühlt es sich in der Praxis an?
Ich begleite seit Jahren Menschen durch WHM-Kurse — Privatpersonen, aber auch Unternehmensgruppen (Aareal Bank, MVZ Stuttgart). Hier ist, was ich nach 4 Wochen regelmäßig höre:
„Ich hatte in den letzten zwei Jahren jede Erkältungssaison mindestens einmal eine Woche flach gelegen. Diesen Winter: nichts. Nicht eine Erkältung. Meine Kollegen waren alle krank."
— Teilnehmer, WHM-Firmenkurs 2025
„Meine chronischen Rückenschmerzen — die ich auf Entzündung zurückgeführt habe — sind nach sechs Wochen WHM spürbar besser geworden. Mein Arzt war überrascht."
— Teilnehmerin, WHM-Grundkurs Rodgau
Das sind keine Ausnahmen. Das ist ein Muster, das ich immer wieder beobachte. Weil die Mechanismen real sind.
→ Neugierig, wie ein WHM-Kurs bei dir aussehen würde? Hier sind alle KursformateWie du heute damit anfangen kannst — und was der nächste Schritt ist
Dein Immunsystem reagiert schnell auf das richtige Training. Erste messbare Veränderungen — mehr Energie, weniger Müdigkeit nach Infekten — zeigen sich oft schon nach 2–3 Wochen regelmäßiger Praxis.
Aber es gibt einen Aspekt, den ich oft unterschätzt sehe: Die mentale Komponente. Die meisten Menschen scheitern nicht an der Atemtechnik. Sie scheitern an ihrem Kopf. An der Angst vor Kälte. An dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.
Und genau das ist das Thema des dritten Artikels dieser Serie.
Nächster Schritt: Dein Körper ist trainierbar — das haben wir jetzt verstanden. Aber was ist mit deinem Kopf? Was passiert, wenn Angst und Kontrollverlust der eigentliche Blocker sind? Das beantwortet der letzte Artikel dieser Serie.